
Vollkeramik für ein natürliches Erscheinungsbild
Natürliche Zähne wirken nicht nur durch Form und Farbe, sondern auch durch ihre Transluzenz – Licht dringt ein und wird schichtweise reflektiert. Metallgestützte Restaurationen können die Zahnfarbe zwar nachbilden, diesen optischen Effekt aber nur eingeschränkt wiedergeben.
Vollkeramische Werkstoffe hingegen stellen sowohl die Farbe als auch die natürliche Lichtdurchlässigkeit wieder her – für ein Ergebnis, das dem echten Zahn sehr nahekommt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Natürliche Zähne wirken nicht nur durch Form und Farbe, sondern auch durch ihre Lichtdurchlässigkeit (Transluzenz).
- Metallgestützte Restaurationen können die Zahnfarbe nachbilden, den optischen Transluzenz-Effekt aber nur eingeschränkt wiedergeben.
- Vollkeramische Werkstoffe stellen sowohl Farbe als auch natürliche Lichtdurchlässigkeit wieder her, für ein dem echten Zahn nahekommendes Ergebnis.
Häufig gestellte Fragen
ohne Disco-Effekt
Um ein Durchschimmern des Metallkerns zu verhindern, wird dieser bei Metallkeramikkronen zunächst mit einer weißen Deckschicht, dem sogenannten Opaquer, versehen, bevor die transluzente Verblendkeramik aufgebrannt wird. Langwelliges Licht dringt dabei nur wenig in die Keramik ein und wird gestreut, während kurzwelliges Licht tiefer eindringt und vom Opaquer reflektiert wird. Dadurch kann der Kernbereich der Krone bei intensiver oder kurzwelliger Beleuchtung weißlich aufleuchten – besonders auffällig in Diskotheken, wo häufig kurzwelliges, bläuliches Licht als Effektbeleuchtung eingesetzt wird, daher der Name „Disco-Effekt".
Bei vollkeramischen Kronen tritt dieser Effekt nicht auf, da die Keramik selbst transluzent ist und ein Opaquer nicht benötigt wird.
Ohne dunkle Ränder
Natürliche Zahnhartsubstanz ist transluzent: Licht dringt ein, wird innerhalb des Zahns gestreut und schichtweise reflektiert. Dieser Effekt beleuchtet Zahnhals und Zahnfleischsaum von innen – man spricht von einer natürlichen „Hinterleuchtung", durch die der Zahnfleischsaum hell erscheint. Bei einer Metallkeramikkrone reicht der Metallrand meist bis unter den Zahnfleischsaum. Da Licht den Metallkern nicht durchdringen kann, entfällt dieser Hinterleuchtungseffekt – die Folge ist der optische Eindruck dunkler Kronenränder.
Transluzente Vollkeramikkronen kennen dieses Problem nicht: Ähnlich wie bei der natürlichen Zahnhartsubstanz kann Licht bis in den Kern der Krone eindringen, sodass der natürliche Hinterleuchtungseffekt am Zahnfleischsaum erhalten bleibt.
Feldspatkeramik
Feldspat- und Glaskeramiken zählen zu den ältesten in der Zahntechnik verwendeten Keramiken. Sie überzeugen durch hervorragende optische Eigenschaften, die eine kosmetisch nahezu perfekte Nachbildung natürlicher Zähne ermöglichen. Ihr Nachteil ist die vergleichsweise geringe mechanische Belastbarkeit, weshalb sie vor allem als Aufbrennkeramik auf Kronen- und Brückengerüsten aus Metall oder Zirkondioxid eingesetzt werden. Bei adhäsiver Befestigung und eher geringer erwarteter Belastung eignen sie sich aber auch für kleinere Einzelzahnrekonstruktionen – besonders dort, wo die kosmetische Wirkung im Vordergrund steht und gewisse Einschränkungen bei Belastbarkeit und Haltbarkeit dafür in Kauf genommen werden können.
Disilikatkeramik
Disilikatkeramiken zählen zu den neuesten Entwicklungen im Bereich der Dentalkeramiken. Ihre optischen und kosmetischen Eigenschaften ähneln denen der Feldspatkeramiken sehr stark, gleichzeitig ist ihre Festigkeit jedoch etwa dreimal so hoch. Das macht sie für sämtliche Einzelzahnversorgungen sowie für kleinere und mittelgroße Brücken einsetzbar. Disilikatkeramiken sind derzeit die in unserer Praxis am häufigsten verwendeten Dentalkeramiken.
Zirkondioxid
Zirkondioxid ist die mit Abstand härteste und widerstandsfähigste Dentalkeramik, die uns heute zur Verfügung steht. Zwar besitzt Zirkondioxid eine gewisse, wenn auch geringe Transluzenz und wirkt annähernd zahnfarben, seine kosmetischen Eigenschaften bleiben jedoch deutlich hinter denen von Feldspat- oder Disilikatkeramik zurück. Ein weiterer Nachteil: Zirkondioxid lässt sich nicht silanisieren und dadurch nicht wirklich adhäsiv befestigen, da es keine chemische Verbindung mit Befestigungskompositen eingeht. Eingesetzt wird es daher vor allem als Gerüstmaterial für größere Brücken, die anschließend mit Feldspatkeramik verblendet oder mit Disilikatkeramik überzogen werden, sowie für maximal belastbare Einzelzahnversorgungen in kosmetisch weniger kritischen Bereichen. Darüber hinaus kommt Zirkondioxid auch bei Implantat-Abutments (Implantataufbauten) zum Einsatz.
