
Parodontologie
Parodontitis zählt zu den häufigsten Erkrankungen der Zähne – eine bakteriell bedingte Entzündung des Zahnhalteapparates, die im Verlauf zum Verlust der Zähne führen kann. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung.
Häufig gestellte Fragen
Initialtherapie

Die Zahnfleischbehandlung zielt darauf, Keime und weitere Auslöser der Erkrankung zu beseitigen. Dabei reinigen wir zunächst gründlich Zahnfleischtaschen und Wurzeloberflächen unter örtlicher Betäubung. Spezielle Instrumente, etwa Ultraschallgeräte, lösen hartnäckige Beläge tief unter dem Zahnfleisch und glätten die Wurzeln. Gewebeschonende, minimalinvasive Verfahren erlauben uns dabei auch die Reinigung tieferer Zahnfleischtaschen.
Antibiotika
Die Bakterien, die eine Parodontitis auslösen, verbreiten sich in der gesamten Mundhöhle bis hin zu den Rachenmandeln, wo sie sich einlagern können. Die mechanische Reinigung der Zahnfleischtaschen entfernt daher immer nur einen – wenn auch wichtigen – Teil dieser Erreger. Um eine Reinfektion durch verbleibende Restkeime zu vermeiden, führen wir vor Behandlungsbeginn eine sogenannte Taschenkeimanalyse durch. Dabei entnehmen wir Proben aus mehreren Zahnfleischtaschen und lassen sie per DNA-Analyse auf die wichtigsten Erregerstämme untersuchen. Anschließend begleiten wir die mechanische Parodontalbehandlung mit einer gezielten Antibiotikatherapie, die genau auf die nachgewiesenen Bakterienstämme abgestimmt ist, um einem Rückfall vorzubeugen.
Genetik ⁄ Prognose
Da eine Parodontitis stets aus dem Zusammenspiel von bakterieller Infektion und der individuellen Immunantwort des Körpers entsteht, beeinflussen auch genetische Faktoren ihren Verlauf. Heute wissen wir, dass es vier unterschiedliche Genmuster gibt, die im Falle einer Infektion unterschiedlich schnell zu Schäden an Zahnhalteapparat und Knochen führen können. Dieses genetische Risiko lässt sich über die DNA-Analyse eines einfachen Mundhöhlenabstrichs bestimmen.
Auch wenn die genetische Veranlagung nur im Fall einer bakteriellen Parodontitis-Infektion zum Tragen kommt, lässt sich auf Basis des persönlichen genetischen Risikos eine individuelle Prophylaxestrategie entwickeln – selbst bei erhöhtem genetischen Risiko kann sie helfen, eine Erkrankung zu vermeiden.
Gingivitis
Eine Gingivitis ist eine entzündliche Veränderung des Zahnfleisches und gehört zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt – meist ausgelöst durch bakterielle Beläge, die sich zuerst in den Zahnzwischenräumen festsetzen. Unbehandelt kann sie der Parodontitis vorausgehen. Typische Anzeichen sind ein gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch im Bereich des Zahnhalses sowie Blutungen bei Berührung mit Interdentalbürste oder zahnärztlicher Sonde.
Parodontitis
Die Parodontitis – umgangssprachlich häufig, medizinisch aber unkorrekt auch Parodontose genannt – ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates. Die tatsächliche Parodontose verläuft dagegen nicht entzündlich. Eine Parodontitis kann in jedem Alter auftreten, einzelne oder mehrere Zähne gleichzeitig betreffen und sich unterschiedlich schnell sowie in unterschiedlichem Schweregrad entwickeln.
Nachsorge
Damit nach abgeschlossener Behandlung keine erneute Erkrankung entsteht, betreuen wir unsere Parodontitis-Patientinnen und -Patienten im Rahmen eines strukturierten Prophylaxe-Programms. Dazu gehören regelmäßige zahnärztliche Kontrollen sowie die professionelle Zahnreinigung durch unser geschultes Praxisteam.
Parodontitis und Rauchen
Der Nikotingehalt im Zigarettenrauch verengt die Blutgefäße der Mundschleimhaut und mindert dadurch deren Durchblutung. Im Falle einer Infektion erschwert dies dem Körper den Transport von Abwehrzellen zu den Erregern. Die Folge ist eine schnellere Ausbreitung der Infektion und damit ein deutlich rascheres Fortschreiten der Parodontitis. Rauchen stellt somit einen zusätzlichen Risikofaktor dar, insbesondere für den Krankheitsverlauf.
Zusätzlich verschleiert die verringerte Durchblutung der Mundschleimhaut häufig die Symptome einer Gingivitis oder Parodontitis, da die sonst typische Blutungsneigung als Frühwarnzeichen bei Rauchern oft ausbleibt.
Parodontitis-Ansteckung
Da es sich bei der Parodontitis um eine bakterielle Infektionskrankheit handelt, ist eine Übertragung über den Speichel grundsätzlich möglich. Ob eine solche Keimübertragung tatsächlich zu einer Erkrankung führt, hängt – wie bei anderen Infektionskrankheiten auch – von verschiedenen Begleitumständen ab. Neben Anzahl und Virulenz der übertragenen Bakterien sowie der individuellen Abwehrlage spielt bei der Parodontitis vor allem das Vorhandensein geeigneter Rückzugsorte für die Erreger eine entscheidende Rolle. Die auslösenden Bakterien gehören zur Gruppe der gramnegativen, anaeroben Keime, die also unter Sauerstoffabschluss gedeihen. Entsprechend erhöhen insbesondere Zahnbeläge (die kaum von Luftsauerstoff durchdrungen werden) und tiefe Zahnfleischtaschen (mit zunehmender Tiefe sinkt die Sauerstoffsättigung) das Ansteckungsrisiko.
